Die Kirche Saint Pierre von Thaon

Die dem heiligen Petrus gewidmete alte Kirche von Thaon wurde im 11. und 12. Jahrhundert in einer Mulde des Muetales, etwas abgelegen vom früheren Weiler "La Vallée", errichtet. Damals bildete dieser Weiler mit "Thaon", "Barbiéres" und "Bombanville" die mittelatterliche Pfarrgemeinde. Thaon hing lehnsrechtlich von der mächtigen Baronie von Creully ab, die ursprünglich von Hamon le Dentu [Hamon dem Bezahnten] gegründet wurde. Im 12. Jahrhundert herrschten die Barone von Creully über das gesamte Bessin, von der Orne bis zur Vire. Die Sankt-Peter-Kirche stand unter der Schirmherrschaft des Domkapitels von Bayeux so wie der Abtei von Savigny (im jetzigen Departement Manche), die bedeutende Ländereien in Thaon besaben. Zweifelsohne ist die hohe Baukunst der alten Kirche auf die Macht der Barone von Creully und dem Einfluss der beiden Schirmherrschaften zurückzuführen.

Vue generale de l'eglise Saint-Pierre de Thaon dans la vallee

Die jetzige Kirche besteht aus einem Chor, einem Glockenturm und einem Langhaus, welches ursprünglich mit Seitenschiffen versehen war : der Chor mit flacher Apsis – im Vergleich zur Turmachse leicht gegen Süden versetzt – und das Hauptschiff wurden Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut, nachdem die frühere heilige Stätte aus unbekannten Gründen abgerissen worden war. Das Hauptschiff mit seinen fünf Jochen besaß ursprünglich Seitenschiffe, deren Grundriss 1998 bei Ausgrabungen rekonstruiert wurde.

Vue depuis le chevet de l'eglise Saint-Pierre de Thaon      Le clocher de l'eglise Saint-Pierre de Thaon

Den ältesten Teil des Gebäudes bildet der Glockenturm, der auf vier wuchtigen Pfeilern ruht. Er stammt aus den Jahren 1050-1070, während die oberen Stockwerke wenig später erbaut wurden, ca um 1080-1090. Dieser Glockenturm ist der einzig erhaltene Teil einer früheren romanischen Kirche, die nicht so breit war und jüngsten archäologischen Untersuchungen nach aus derselben Zeit stammt.

Die alte Kirche von Thaon hat mit ihren Kragsteinen, ihrem Schachbrettmuster im Süden und Westen und ihren Kapitellen ihr romanisches Äussere bewahrt. Ihre Skulpturen erinnern an die großen Bauten von Bayeux und an die Dreifaltigkeitskirche von Caen. Zum Bau der Kirche wurden die Baumeister eingesetzt, die auf diesen bedeutenden benachbarten Baustellen am Werke waren.

Mur gouttereau sud et modillons de l'eglise Saint-Pierre de Thaon

Im 13. Jahrhundert wurden breite Spitzbogenfenster an der Südseite geöffnet, um dem Chor mehr Licht zu geben. Die Seitenschiffe wurden im 18. Jahrhundert – dem Pfarrarchiv nach kurz vor 1729 – abgerissen und die großen Langhausarkaden vollständig zugemauert. Um die Feuchtigkeit dieses sumpfiger gewordenen Gebiets einzudämmen, wurde am Ende des 18. Jahrhunderts das Bodenniveau im Inneren der Kirche und auf dem Friedhof um etwa 80 cm angehoben.

Vue generale de l'eglise Saint-Pierre de Thaon      Vue par l'ouest de l'eglise Saint-Pierre de Thaon

Zwischen 1896 und 1900 ausgeführte Restaurierungsarbeiten legten die eingemauerten Kapitelle wieder frei, setzten das aus dem 15. Jahrhundert stammende Balkenwerk so wie die Bedachung wieder in Stand. Das Gebäude, seit 1840 unter Denkmalschutz, wurde kurze Zeit danach nicht mehr genutzt, sondern die auf dem neuen Friedhof neu erbaute Kirche (ca 1845-1850). Unter der Leitung des Chefarchitekten für Denkmalschutz Bruno Decaris wurde von 1994 bis 1999 die alte Kirche Gegenstand umfangreicher Restaurierungen : der Glockenturm, der einzustürzen drohte, wurde von Grund auf saniert eben so wie das Gebälk und das Dach des Chors und des Hauptschiffes.

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Pour visiter l'église

Tous les dimanches de juillet et août, des visites sont assurées par les bénévoles de l'AVET, entre 15h00 et 18h30, et toute l'année sur demande.